Weihnachtsfilme

Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsfilme? Irgendwie unvorstellbar! Denn Weihnachtsfilme stimmen mit ihrer ganz eigenen Art auf das Weihnachtsfest ein.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde eine breite Palette an unterschiedlichsten Filmen produziert. Jedes Land hat seine ganz persönlichen Klassiker. Hierzulande sind z. B. Werke wie "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", "Der kleine Lord" und "Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte" sehr beliebt.
Den Duft von leckerem Weihnachtsgebäck in der Nase, umringt von Kerzenschein und warm eingekuschelt auf der Couch liegend, lässt sich aber fast jeder Weihnachtsfilm genießen - so bestimmt auch einer der Folgenden:

Fröhliche Weihnachten (A Christmas Story)

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DarstellerDarren McGavin, Peter Billingsley, Melinda Dillon
RegisseurBob Clark
FSKab 6 Jahren
Produktionsjahr1983
Spieldauer93 Minuten
Über den Film - Fröhliche Weihnachten

Im Original heißt der Weihnachtsfilm aus dem Jahre 1983 unter der Regie von Bob Clark "A Christmas Story". Die Handlung spielt in den frühen 1940er Jahren. Die Beibringung aller Teile der Filmkulisse war durchaus eine gewisse Herausforderung, wenn man allein an die Oldtimer-Fahrzeuge oder alte Leuchtreklamen denkt. Die Grundlage dieses Weihnachtsfilms ist eine Kurzgeschichte von Jean Shepard, die den Altag des kleinen Ralphie in einer Vorweihnachtszeit beschreibt. Die Drehorte waren sowohl in den USA als auch in Kanada.

Die Geschichte

Der kleine aufgeweckte Ralphie lebt um 1940 in der heilen Welt eines Vororts im Bundesstaat Indiana. In ein paar Tagen ist Weihnachten, und Ralphie wünscht sich so sehr das Luftgewehr mit der Bezeichnung "Red Ryder BB Rifle", das sogar einen eingebauten Kompass hat. Auch seiner Lehrerin berichtet er von seinem Herzenswunsch, und im Kaufhaus redet er lange mit dem Weihnachtsmann darüber, wie sein neues Gewehr aussehen soll.

Allein seine Mutter ist nicht wirklich begeistert von einem solchen Geschenk, sie befürchtet sogar eine mögliche Verletzungsgefahr, und überhaupt findet sie, dass die Imitation einer Waffe ein unpassendes Geschenk zum Fest der Liebe ist. Ralphie bleibt die Einstellung seiner Mutter dazu nicht verborgen, und so lässt er sich einiges einfallen, um seine Eltern umzustimmen. Zu allem Überdruss wird er auf seinem täglichen Schulweg auch noch ständig angefeindet von älteren Rüpeln, und auch sein kleiner Bruder Randy, gut gespielt von Ian Petrella, ist durchaus nicht immer auf seiner Seite.

Die Gesellschaftskritik dahinter

Auf der Grundlage einer einfachen Geschichte versucht der humorvolle Film, die Art und Weise, wie wir das Weihnachtsfest begehen, kritisch zu hinterfragen. Insbesondere wird unsere Konsumhaltung vor dem Hintergrund beleuchtet, ob wir uns wenigstens zu Weihnachten noch auf tiefer gehende Fragen zu unserem Zusammenleben besinnen können.

Übrigens war Jack Nicholson an der Rolle des Vaters sehr interessiert, aber der Regisseur Bob Clark entschied sich schließlich, die Rolle mit Darren McGavin zu besetzen, was auch wirklich eine gute Wahl war. Peter Billingsley erhielt den Zuschlag für die Darstellung von Ralphie und stach damit im Casting Wil Wheaton (Star Trek) aus. Für die deutsche Synchronisation des Erzählers wurde Harald Juhnke engagiert, seine Aufgabe bestand vor allem darin, Ralphies Gedanken zu vertonen.

Filmkritik und Auszeichnungen

Das US-Kritikerportal "Rotten Tomatoes" beispielsweise bewertete den Weihnachtsfilm zu 88 Prozent positiv, und verlieh ihm die Attribute "schwarzhumorig" oder "warmherzig nostalgisch". Obwohl der Film in Deutschland kaum bekannt geworden ist, wurde er im amerikanischen Fernsehen immer wieder ausgestrahlt und zählt dort in der Tat zu den beliebtesten Weihnachtsgeschichten.

So war der Film für den "Genie Award" in 7 Kategorien nominiert worden, und Bob Clark wurde nebst Drehbuchautoren für die beste Regie ausgezeichnet. Da verwundert es nicht, dass im Jahr 2012 der 2. Teil mit dem Titel "A Christmas Story 2" erschien, Braeden Lemasters spielt hier die Hauptrolle.

Frohe Weihnachten - Jetzt erst recht

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DarstellerKristy Swanson, Edward Herrmann, K.C. Clyde
RegisseurCraig Clyde
FSKfreigegeben ohne Altersbeschränkung
Produktionsjahr2013
Spieldauer97 Minuten
Der Titel des 2013 aufgeführten Weihnachtsfilms mag ein wenig in die Irre führen, denn er lässt auf eine Komödie oder gar einen Klamaukfilm schließen. Doch bei der 2013 gedrehten TV-Produktion handelt es sich sehr wohl um einen klassischen Weihnachtsfilm, der das Weihnachtswunder nicht fehlen lässt.

Inhalt

Kurz vor Weihnachten könnte es für die junge Martha nicht schlimmer kommen. Ihr Mann lässt sie auf der Straße ohne Geld mit ihren zwei Töchtern und dem Stiefsohn stehen. Es verschlägt sie in die verschlafene Kleinstadt Mapleton, wo sie bis Weihnachten einen schlecht bezahlten Job in einem ehemaligen Diner ergattert. Eigentlich ringt sie den Job der Café-Besitzerin Trudy eher ab. Martha und ihren drei Kindern steht ein eher trauriges Weihnachten bevor: Der Verlust der Wohnung droht, sie kann die Rechnungen nicht bezahlen und das Auto ist kaputt - wäre nicht ihre großherzige Chefin und die engagierten Bewohner des Städtchens.

Prämisse

"Gott vergisst uns an Weihnachten bestimmt nicht" so die kindliche naive Aussage, welche die klassische Weihnachtsbotschaft enthält. Es sind natürlich die Menschen, die hier in Bewegung kommen sollen und dies auch tun, so dass trotz allen Unbills für Martha und die Kinder an und um Weihnachten sich alles zum Guten wendet. Damit folgt "Frohe Weihnachten - Jetzt erst recht" der klassischen Tradition der Weihnachtsfilme im modernen Gewand. Nicht hartherzige Lords in edlen Schlössern entdecken das Fest der Liebe wie ihre weihnachtliche Aufgabe, sondern einfach Menschen, denen es oft selbst nicht allzu gut geht.

Preise und Leistungen

Die jugendliche Kristin Dorn wurde für ihre Leistung mit dem "Grace Award" wie dem "Young Artist Award" ausgezeichnet. Doch nicht nur Dorn überzeugt in diesem Weihnachtsfilm, der den Zuschauer am Ende gar nicht so überrascht, aber keinesfalls wenig erbaut, durch ihre darstellerischen Fähigkeiten.
Bei allen dramatischen und anrührenden Momenten wird der Film dank kerniger Texte nicht schmalzig. So rechtfertigt sich der Deputy Mapeltons beim Punsch als "Ich bin kein Single, sondern eine romantische Herausforderung."

Merry Christmas

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DarstellerDiane Kruger, Benno Fürmann, Daniel Brühl
RegisseurChristian Carion
FSKab 12 Jahren
Produktionsjahr2006
Spieldauer110 Minuten
Der deutsch-französisch-britische Weihnachtsfilm "Merry Cristmas" ("Joyeux Noël") aus dem Jahr 2005 erzählt eine kurze, von Menschlichkeit geprägte Episode an der Westfront im Ersten Weltkrieg.

Der historische Hintergrund

Am Heiligabend 1914 hatten an einigen Frontabschnitten in Flandern von Weihnachtsgefühlen überwältigte Soldaten spontan die Waffen ruhen lassen und im Niemandsland zwischen den Schützengräben entgegnen aller Heeresvorschriften gemeinsam Weihnachten gefeiert.
Diese als "Weihnachtsfrieden" in die Geschichte eingegangene kurzzeitige Manifestation humaner Gesinnung wurde von den vorgesetzten Militärinstanzen als Ungehorsam scharf verurteilt. In der Öffentlichkeit wurde der Weihnachtsfrieden insbesondere in der Nachkriegszeit überaus populär und im Laufe der Zeit in vielen, häufig die Tatsachen sentimental ausschmückenden Publikationen beschrieben.

Die filmische Umsetzung des Weihnachtsfriedens

Im Mittelpunkt des vom französischen Regisseur Christian Carion in Szene gesetzten 115-Minuten-Films steht eine Weihnachtsfriedens-Begebenheit in einem Grabenabschnitt in der Nähe von Ypern. Hier liegen sich Teile eines schottischen Regiments zusammen mit französischen Soldaten auf Hörweite den Stellungen einer von Oberleutnant Horstmayer (Daniel Brühl) kommandierten Abteilung des anhaltinischen Infanterie-Regiments Nr. 93 gegenüber. Es ist Weihnachten. Die Soldaten haben Pakete aus der Heimat bekommen und feiern in ihren eiskalten und verschneiten Unterständen improvisierte Weihnachten. Bei den Schotten wird Dudelsack-Musik gespielt und gesungen. Im deutschen Graben hält sich der Soldat Nikolaus Sprink (Benno Fürmann), im Zivilberuf Opernsänger, auf. Er erwidert die Musik der Schotten und singt das wohl bekannteste deutsche Weihnachtslied "Stille Nacht". Die Dudelsack-Pfeifer stimmen mit ein. Von dieser Geste emotional bewegt verlässt Sprink den Schützengraben und schreitet langsam, das lateinische Weihnachtslied "Adeste Fideles" singend, durch das Niemandsland in Richtung feindliche Stellungen. Der französische Kommandeur, Leutnant Audebert (Guillaume Canet) verhindert, dass einer seiner Schützen auf Sprink schießt. Nach dem Lied trifft Horstmayer im Niemandsland auf Audebert und den schottischen Leutnant MacKenzie (Alex Ferns). Die drei Offiziere vereinbaren spontan eine weihnachtliche Waffenruhe. Daraufhin verlassen die Soldaten ihre Gräben, tauschen Geschenke aus und wünschen sich "Frohe Weihnacht", "Merry Christmas" und "Joyeux Noël". Höhepunkt dieser Verbrüderungsszene ist ein gemeinsamer, vom schottischen Militärgeistlichen Palmer (Gary Lewis) abgehaltener Feldgottesdienst. Bewegt kehren die Soldaten in ihre Gräben zurück und genießen die Waffenpause.

Am nächsten Tag geht der Krieg wieder weiter. Die Offiziere und der Feldgeistliche werden gemaßregelt.

Kritik und Auszeichnungen

Der Antikriegsfilm "Merry Christmas" wurde von der Kritik durchweg als Credo für Menschlichkeit freundlich aufgenommen, wenn ihm stellenweise auch etwas zuviel Sentimentalität vorgehalten wurde. Der Weihnachtsfilm errang mehrere internationale Filmpreise (u.a. Publikumspreis beim Leeds International Film Festival)und war für den Oscar, den Golden Globe und den César nominiert.

5.0 von 5 – Wertungen: 1