Weihnachtsgeschichten
Die Weihnachtszeit, in der die ganze Familie zusammenkommt, lädt dazu ein, sich Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsmärchen zu erzählen oder vorzulesen. Schon vor Jahrhunderten verkürzten sich die Menschen die dunklen Winterabende mit besinnlichen Erzählungen, die die besondere Stimmung der Weihnachtstage einfingen. Zahlreiche Schriftsteller griffen diese Tradition auf. Auch heute noch sind diese Geschichten ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsfests. Deshalb stehen hier einige Werke zum direkten Lesen oder Ausdrucken zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
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- Weihnachtsgeschichten zum Ausdrucken
- Adventsgeschichten
- Alte Weihnachtsgeschichten
- Bekannte Weihnachtsgeschichten
- Die biblische Weihnachtsgeschichte
- Kurze Weihnachtsgeschichten
- Lustige Weihnachtsgeschichten
- Moderne Weihnachtsgeschichten
- Weihnachtsgeschichten mit tieferem Sinn zum Nachdenken
- Weihnachtsgeschichten für Kinder
- Weihnachtsmärchen
- Wissenswertes
- 12.1 Woher stammt die Tradition der Weihnachtsgeschichten?
- 12.2 Zeitlose Klassiker: Diese Weihnachtsgeschichten kennt jeder
- 12.3 Eine eigene Weihnachtsgeschichte verfassen: Anleitung für Einsteiger
- 12.4 Weihnachtsgeschichten nach Altersgruppen auswählen
- 12.5 Die Kunst des Vorlesens: So wird Ihre Weihnachtsgeschichte lebendig
- 12.6 Weihnachtsgeschichten aus aller Welt: Internationale Erzähltraditionen
- 12.7 Versteckte Botschaften: Was Weihnachtsgeschichten uns wirklich erzählen
1. Weihnachtsgeschichten zum Ausdrucken
In unserer Bildergalerie finden Sie einige Bilder mit Weihnachtsgeschichten, die sich aufgrund ihrer Größe ideal zum Ausdrucken eignen, da sie in der Großansicht (diese sehen Sie beim Klick auf das entsprechende Bild) alle im DIN-A4-Format vorliegen. Per Rechtsklick können die Bilder dann gespeichert und auf Wunsch ausgedruckt werden.
Die Pfeile können Sie übrigens verwenden, um sich weitere Bilder anzuschauen oder zur letzten Weihnachtsgeschichte zurückzukehren.
Hinweis: Für den privaten Gebrauch zu Hause dürfen die Bilder kostenlos verwendet werden. Eine Nutzung im Internet hat jedoch stets mit der Nennung unserer Webseite (www.froheweihnachten.info) unter dem entsprechenden Bild sowie einem Link zu erfolgen. Bitte speichern Sie die Bilder in diesem Fall immer ab und laden Sie sie auf Ihren Server / Webspace. Vielen Dank!
2. Adventsgeschichten
Es begab sich aber zu der Zeit: so oder so ähnlich beginnt ein Großteil der Adventsgeschichten. Auch thematisch und inhaltlich haben Geschichten zum Advent eine Menge gemeinsam.
Sei es Charles Dickens Weihnachtsgeschichte oder das Kunstmärchen "Die Schneekönigin": es gibt unzählige Adventsgeschichten für die besinnliche Zeit des Jahres. Gemeinsam haben sie Motive wie Liebe, Vergebung, Hoffnung und Glück. Auch religiöse Motive wie die Geburt Christi, wie sie beispielsweise im Weihnachtsbericht nach Lukas und Matthäus zu finden ist, sind ein wichtiger Teil vieler Geschichten. Ebenso natürlich das Fest der Liebe selbst, welches vor allem in den kurzen Geschichten behandelt wird.
Wer auf der Suche nach kurzen Adventsgeschichten ist, wird beispielsweise beim berühmten Sterntaler-Märchen fündig. Kaum zwei Absätze lang, ist der Text dennoch besinnlich und ideal für das Fest. "Die Weihnachtsgans Auguste" von Friedrich Wolf gehört ebenfalls zu den kürzeren Geschichten und hat ähnlich wie Das Geschenk der Weisen, eine kurze Adventsgeschichte von O. Henry, eine weihnachtliche Botschaft für Groß und Klein.
Ein Dezemberabend
Leo und Anette bewohnten seit einigen Jahren ein Häuschen am Stadtrand. Vom Stadtzentrum ist es vielleicht so 30 Minuten entfernt. Anette hat es von ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter vor etwa 4 Jahren geerbt. Leo hat, als Bauingenieur war er mit vielen Arbeiten vertraut, selber Hand angelegt und das Häuschen renoviert, mit sehr viel Enthusiasmus, aber mit noch mehr Liebe. Im oberen Stock …weiter lesenAutor: Don Carlos
Die heilige Weihnachtszeit
Wenn der Städter über Feiertage etwas Sicheres wissen will, so muss er sich bei den Bauern anfragen. Der städtische Arbeiter genießt den Feiertag, ohne viel darüber nachzugrübeln; der Bauer, der sonst nicht gerade gewohnt ist, den Grund und Zweck der Dinge zu erfassen, will jedoch wissen, warum er rastet, in die Kirche geht oder sich einen Rausch antrinkt. Er hat seine Feiertagswissenschaft …weiter lesenAutor: Peter Rosegger
Das Weihnachtsfest
Nun war Weihnachten gekommen. Nun waren allerhand Verkaufsbuden in der Stadt am Markt aufgeschlagen, woran auch Mathilde neugierig und staunend stand. Nun ließ sie nicht locker abends, wenn sie aus der Fabrik entlassen waren, Saleck am Arme festzuhalten, bis er mit ihr durch die Straßen ging, die wie ein Fest-Haus erleuchtet waren, und im Schneeflockenfall selbst Strahlen und Glanz warfen. Nun …weiter lesenAutor: Carl Hauptmann
Weihnacht in Winkelsteg
In der heiligen Christnacht sind die Leute schon wieder von allen Seiten herbeigekommen. Die von den Spanlunten abgefallenen Glühkohlen sind lustig hingeglitten über die Schneekruste wie Sternschnuppen.weiter lesenAutor: Peter Rosegger
Viele Wäldler sind in ihrer Sehnsucht nach der mitternächtigen Feier ein gut Stück zu früh daran. Da die Kirche noch nicht aufgesperrt und es im Freien kalt ist, so kommen sie zu mir in das …
Das Weihnachtsland
Im letzten Hause des Dorfes, gerade dort, wo schon der große Wald anfängt, wohnte eine arme Witwe mit ihren zwei Kindern Werner und Anna. Das wenige, das in ihrem Garten und auf dem kleinen Ackerstück wuchs, die Milch, die ihre einzige Ziege gab, und das geringe Geld, das sie durch ihre Arbeit erwarb, reichten gerade hin, um die kleine Familie zu ernähren, und auch die Kinder durften nicht …weiter lesenAutor: Heinrich Seidel
Das Hirtenbüblein
Ein Hirtenbüblein war wegen seiner klugen Einfälle und witzigen Antworten weit und breit bekannt. Von ihm hörte auch eines Tages der Bischof; der ließ ihn sogleich zu sich kommen, um zu erfahren, ob die Leute wahr geredet. Der Knabe erschien vor dem geistlichen Herrn, das Käpplein in der Hand, züchtig in Gebärden und freundlich von Antlitz. Da sagte der Bischof: er habe von ihm gehört, …weiter lesenAutor: Ludwig Aurbacher
Das Geschenk der Weisen
Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Und sechzig Cents davon waren in Pennys. Pennys, die sie Cent für Cent dem Lebensmittelhändler, dem Gemüsehändler und dem Metzger abgerungen hatte, bis ihre Wangen glühten vor Schamesröte über den Verdacht der Knausrigkeit, den ein solch hartes Feilschen nun mal mit sich brachte. Dreimal zählte Della sie durch. Ein Dollar und …weiter lesenAutor: O. Henry
3. Alte Weihnachtsgeschichten
Wie die biblische Weihnachtsgeschichte richteten sich auch die ersten literarischen Weihnachtsgeschichten vornehmlich an Erwachsene. Sie griffen entweder die Ereignisse um die Geburt Jesu auf oder versuchten, christliche Werte zu vermitteln. Neben eher besinnlichen Schilderungen zeichnen sie sich durch eine deutliche moralische Botschaft aus. Bald vermischten sich die Weihnachtsgeschichten aber auch mit anderen traditionellen Erzählthemen, insbesondere den ebenfalls in der Winterzeit beliebten Gruselgeschichten. In diesen eher unheimlichen Geschichten dienen Geister und Gespenster manchmal als Helfer, meist aber als Warnung. Auch diese Geschichten sind geprägt von einer klaren Botschaft. Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts richteten sich aber immer mehr Weihnachtsgeschichten an eine jüngere Leserschaft. Damit verloren viele die düstere Stimmung und den ernsthaften Unterton, auch wenn sie zunächst noch eher besinnlich waren. Erstmals konnten aber beispielsweise durchgehend Kinder oder Tiere die Hauptpersonen der jeweiligen Geschichte sein. Auch weihnachtliche Bilderbücher für kleinere Kinder verbreiteten sich rasch. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhielten auch die Weihnachtsgeschichten ein neues Gesicht und erreichten eine zuvor ungeahnte Vielfalt. Einige klassische Weihnachtsgeschichten finden Sie im Folgenden.
Wer hat die größte Freude?
"Mutterli, jetzt kommt er, Mutterli, er ist da!" rief Trudchen mit schmerzbebender Stimme. Es hatte den Schritt des Doktors auf der Treppe gehört. Seine feinen, geschärften Ohren hatten sich gewöhnt, jeden Schritt zu kennen und die Persönlichkeit, die nahte, zum Voraus beim Namen zu nennen. Ach, alle Tage kam der Schritt, der Trudchens Gesicht schneeweiß und das kleine Herz …weiter lesenAutor: Dora Schlatter
Das vertauschte Weihnachtskind
Klein-Elsbeth war fünf Jahre alt und hatte es recht gut auf der Welt, denn erstens brauchte sie noch nicht in die Schule gehen, zweitens hatte sie in der schönen, großen Wohnung der Eltern ein eigenes Zimmerchen für sich, das voll niedlicher Möbel war, darunter ein Schrank ganz voll Spielsachen, und drittens hatte sie immer Unterhaltung, nämlich ein Fräulein, das immer bei ihr war und sich …weiter lesenAutor: Victor Blüthgen
Aus der Weihnachtszeit
Es war Spätherbst geworden. Der kalte Nebel und die frühen Abendstunden hatten die Familie um den Tisch versammelt, wo die Lampe brannte, am obern Ende die Mutter mit dem Strickzeug, am untern aber Vroni mit der Flickarbeit saß.weiter lesenAutor: Isabella Braun
Wir plauderten von den Weihnachtshoffnungen, welche alle unsere Gedanken erfüllten und uns zugleich Arbeit gaben, denn wir schrieben stets aufs neue Wunschzettelchen …
Kätchens Weihnachtstraum
Das vierjährige Kätchen hatte zu Weihnachten eine Küche bekommen und ein Schäfchen, das "mäh" schreien konnte. Das allerschönste aber war Rosa, eine Puppe in rosenfarbendem Faltenkleide aus Tüll. Dazu passte der feine Kopf mit seinen schwarzen Locken, den hübschen roten Backen und großen blauen Augen ganz allerliebst. Letztere fielen, wenn man die Puppe hintenüberlegte, ganz …weiter lesenAutor: Albert Ferdinand Timäus
Ein Weihnachtsbrief an Johann Christian Kestner vom 25. Dezember 1772
Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des …weiter lesenAutor: Johann Wolfgang von Goethe
Bärbels Weihnachten
Es ist der heilige Weihnachtsabend. Da herrscht in der Stadt eine emsige, stille Geschäftigkeit in den Häusern und auf den Straßen: die Vorbotin der fröhlichen Bescherung. Man sieht Dienstboten eifrig dahertrippeln, die noch etwas Vergessenes oder spät Gefertigtes auf den Weihnachtstisch holen müssen, bunte Wachslichter oder Zuckerwaren an den Christbaum; Schusterjungen tragen ein Paar …weiter lesenAutor: Ottilie Wildermuth
4. Bekannte Weihnachtsgeschichten
Neben der biblischen Weihnachtsgeschichte ist die wohl bekannteste Erzählung, die bis heute in vielen Familien zur Weihnachtszeit vorgelesen wird, die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. In ihr begegnet der hartherzige Scrooge an Weihnachten nacheinander drei Gespenstern, den Geistern des vergangenen, des gegenwärtigen und des zukünftigen Weihnachtens. Durch diese Erfahrung wird er dazu bewogen, seine Lebenseinstellung zu ändern. Insbesondere Kinder mögen auch seit Jahrzehnten die in Reimen verfasste Geschichte "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" von Dr. Seuss, in der ebenfalls ein Griesgram dank Weihnachten zu einem besseren Wesen wird. Aber auch unter den neueren Büchern lassen sich durchaus moderne Klassiker finden. Gerade Kinderbuchautoren wie Cornelia Funke haben zahlreiche heitere und besinnliche Weihnachtsgeschichten verfasst.
Das Paket des lieben Gottes
Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter an den Ofen und vergesst den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wen man von der Kälte erzählt.weiter lesenAutor: Berthold Brecht
Manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem leben ist bei mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der …
Der allererste Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her.weiter lesenAutor: Hermann Löns
Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder …
Weihnachten in der Speisekammer
Unter der Türschwelle war ein kleines Loch. Dahinter saß die Maus Kiek und wartete.weiter lesenAutor: Paula Dehmel
Sie wartete bis der Hausherr die Stiefel aus- und die Uhr aufgezogen hatte; sie wartete, bis die Mutter ihr Schlüsselkörbchen auf den Nachttisch gestellt und die schlafenden Kinder noch einmal zugedeckt hatte; sie wartete auch noch, als alles dunkel war und tiefe Stille im Hause herrschte. Dann ging sie.
Bald …
Der heilige Abend
Es ist Weihnachtsabend, die letzten kleinen Lichter brennen noch am Tannenbaum, die Kinder spielen, allmählich ruhiger geworden, mit den neuen Sachen, die Bescherung ist vorbei; ist nun auch aller Weihnachtsgedanke fertig und vorbei? Geht es nun wieder in gleichem Schritt und Tritt durch alle Tage, bis wieder einmal die Lichter angesteckt werden? Ist alle innere Erhebung nur wie der kurze Glanz …weiter lesenAutor: Friedrich Naumann
Kinderweihnacht
Weihnachten! Welch ein Zauber liegt in diesem Wort! Mir ist es immer, als öffnete sich damit der Blick in den Sternenhimmel, und die Freude funkelte herab, auch in die Dunkelheit trüber Zeiten. Man stellte seine Sorgenlast für eine Weile beiseite und befreit seine Seele, damit sie hell dastehe, frei vom Alltagsstaub, und das Licht aufnimmt und widerstrahlt, Liebe empfängt und Liebe gibt. In …weiter lesenAutor: Monika Hunnius
Der Weihnachtsabend
Erstes Kapitelweiter lesenAutor: Charles Dickens
Marley’s Geist
Marley war todt, damit wollen wir anfangen. Ein Zweifel darüber kann nicht stattfinden. Der Schein über seine Bestattung wurde von dem Geistlichen, dem Küster, dem Leichenbesorger und den vornehmsten Leidtragenden unterschrieben. Scrooge unterschrieb ihn und Scrooge’s Name wurde auf der Börse respektirt, wo er ihn nur hinschrieb. Der alte Marley war so …
5. Die biblische Weihnachtsgeschichte
Die erste Weihnachtsgeschichte überhaupt findet sich in der Bibel. Im Lukas-Evangelium wird geschildert, wie Josef und die hochschwangere Maria wegen einer Volkszählung nach Bethlehem reisen müssen. Dort angekommen, finden sie in keiner Herberge Aufnahme, weshalb ihr Kind schließlich in einem Stall zur Welt kommt und in eine Futterkrippe gebettet werden muss. Außerdem wird darin erzählt, dass Hirten, die in der Nähe ihre Schafe hüteten, von Engeln die Geburt des Heilands verkündet wurde. Sie eilten daraufhin nach Bethlehem und huldigten dem Jesus-Kind. Im Matthäus-Evangelium finden sich die drei Weisen, die dem neugeborenen Messias Geschenke brachten. Auch die Warnung eines Engels vor dem bevorstehenden Kindermord durch die Häscher des Herodes und die darauf folgende Flucht nach Ägypten wird darin geschildert. Beide biblische Geschichten bilden den Keim für eine Vielzahl von Nacherzählungen, die über die Jahrhunderte weitergegeben wurden und bis heute in kaum einem Buch mit Weihnachtsgeschichten fehlen.
Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas
Es begab sich aber zur der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.weiter lesenAutor: Lukas 2,1 - 20
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt …
Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus
Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:weiter lesenAutor: Matthäus 2,1 - 12
"Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester …
6. Kurze Weihnachtsgeschichten
Kurze Weihnachtsgeschichten sind einfach klasse. Mit wenigen aber vielschichtigen Worten geben sie die besinnliche Stimmung der Advents- und Weihnachtszeit wunderschön wieder. Solche Kurzgeschichten sind für jede Altersgruppe bestens geeignet. Vom Enkelkind bis hin zu den Großeltern regen die stimmungsvollen Texte zum Nachdenken an und sorgen für ein weihnachtliches Funkeln in den Augen von kleinen wie auch großen Lesern. Liebevoll und mit viel Fantasie entfesseln kurze Weihnachtsgeschichten Neugier und steigern so die Vorfreude auf den Weihnachtsabend bis ins Unermessliche.
Kurze Weihnachtsgeschichten verzaubern vor allem dann, wenn sie anderen Menschen vorgelesen werden. Bei Kerzenschein, Weihnachtspunsch und Christstollen entfalten sie garantiert eine besinnliche Wirkung auf alle Zuhörer. Aber auch beim kleinen Publikum sind solche Kurzgeschichten vor dem Schlafengehen sehr willkommen. Metaphern, winterliche Begebenheiten des Alltags oder auch weihnachtliche Tiergeschichten sind nur einige Beispiele, wie facettenreich diese Geschichten sein können. Es gibt welche, die kindgerecht geschrieben sind, aber auch solche, bei denen speziell Erwachsene angesprochen werden. In jedem Fall ziehen sie die ganze Familie gleichermaßen in ihren weihnachtlichen Bann.
Ein kleiner Baumwollfaden
Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach", sagte er sich, "und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich …weiter lesenAutor: unbekannt
Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden?
Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch?weiter lesenAutor: Ludwig Thoma
Ich will es allen wünschen, aber ich kann nicht glauben, daß das Fest in den engen Gassen der Stadt, in der wochenlang die Ausstellungen der Spielwarenhändler die Freude vorwegnehmen, Vergleiche veranlassen oder schmerzliche Verzichte zum Bewußtsein bringen, das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen …
Alle Jahre wieder
Sie kennen bestimmt die Situation, die so zum Jahresende entsteht? Das Weihnachtsfest steht so nahe vor der Tür, sodass man diese kaum aufbekommt bzw. auf Schritt und Tritt eckt man an und stolpert unweigerlich darüber.weiter lesenAutor: Peter Geue
Bei Ihnen ist bestimmt im Vor- und Nahfeld soweit alles im grünen Bereich, die Feinplanung des 24. einschließlich bis zum 27. Dezember wurde im Familien-Rat, durch das …
Zwischen zwei Welten - von Schönheits-OPs und gegrillten Meerschweinchen
Heute ist der 24. Dezember und ich verlasse in kurzen T-Shirts und Sonnenbrillen meine Wohnung im Geschäftsviertel von Quito. Vor dem Shoppingcenter, das ich passiere steht ein perfekt symmetrisch grüner Weihnachtsbaum aus Plastik, verziert mit überdimensionalen Geschenken und glänzenden Goldgirlanden. Durch meine Sonnenbrillen bleibt der Anblick erträglich. Mein erstes Weihnachten fernab dem …weiter lesenAutor: Michael Two
Drei merkwürdige Gäste
Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Betlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist.weiter lesenAutor: unbekannt
Als die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall.
Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein …
7. Lustige Weihnachtsgeschichten
Dient Weihnachten bzw. der Heiligabend nur zur Besinnung? Sicherlich nicht. Die Mischung macht's! Daher darf auch der Spaß nicht vernachlässigt werden. Lustige Weihnachtsgeschichten können zudem dazu beitragen, die gefüllten Bäuche aller Anwesenden ordentlich zum Beben zu bringen, was dem Abbau des Weihnachtsspecks durchaus förderlich ist. Probieren Sie es einfach mal aus. Dazu stehen Ihnen die folgenden Weihnachtsgeschichten zum Schmunzeln zur Verfügung.
Warum der Engel lachen musste
Die bevorstehende Geburt des Christkinds bereitete den Engeln ziemliches Kopfzerbrechen. Sie mussten nämlich bei ihren Planungen sehr vorsichtig sein, damit die Menschen auf Erden nichts davon bemerkten. Denn schließlich sollte das Kind in aller Stille geboren werden und nicht einen Betrieb um sich haben, wie er in Nazareth auf dem Wochenmarkt herrschte.weiter lesenAutor: unbekannt
Probleme gab es auch bei der …
Eine schöne Bescherung
Wir wohnten außerhalb der Stadt, man konnte sagen, in einer ländlichen Gegend!weiter lesenAutor: Dieter Siebald
Dieses Jahr wollten wir Weihnachten stressfrei feiern und buchten über die Feiertage einen Urlaub.
Das einzige Hindernis, unsere Haustiere, zwei Katzen.
Jeden, den wir fragten, wollte sie nicht für die zeit unseres Urlaubes nicht in Pflege nehmen.
War doch klar, alle steckten in den Weihnachtsvorbereitungen und …
Der Weihnachtskarpfen
Zu Barbara und Werner hatten wir engen, freundschaftlichen Kontakt. Werner war ein Studienfreund meines Mannes. Unsere Freunde hatten drei kleine Jungen im Alter von 7, 5 und 4 Jahren. Wenn wir uns gegenseitig besuchten, war Leben in der Bude, denn mit unseren beiden Töchtern Maren und Linda - knapp 3 und 4 Jahre alt - war unser Nachwuchs ein munteres Team.weiter lesenAutor: Doris Karla
Am 22.12. rief Barbara mich an. …
Ein Tollpatsch zu Weihnachten
Josephine läuft eilig durch den Schnee. Sie hatte versprochen pünktlich zu sein und nun war sie schon zehn Minuten zu spät. Die Fahrt aus Leipzig hat länger gedauert als sie gehofft hatte. Vor der Tür ihres Elternhauses erkennt sie ihren Freund. Sven steht dort zitternd, die Arme um seinen Körper geschlungen, von einem Fuß auf den anderen tretend.weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
"Es tut mir so leid!", ruft …
Hauptsache praktisch - ein ganz besonderes Weihnachtsfest
An einem kalten, frostigen Dezembermorgen - zehn Tage vor Weihnachten - klingelte bei uns das Telefon. Mein Großonkel Gustav war dran und sprach lange mit meiner Mutter. Erst sagt sie: "Ich weiß noch nicht, ob es geht, ich werde noch mit der Familie darüber sprechen. Eigentlich wollten wir über die Feiertage spontan zum Skifahren nach Österreich fahren. Nein, ich verstehe, dass du gerade …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
8. Moderne Weihnachtsgeschichten
Heutzutage gibt es Weihnachtsgeschichten für jeden Geschmack und jede Zielgruppe – von den klassischen Weihnachtsgeschichten über humorvolle Geschichten bis hin zu ganz ungewöhnlichen Weihnachtserzählungen und Adventsgeschichten für Fans von Katzen, Science Fiction oder anderen Spezialinteressen. Es muss also nicht immer eine überaus besinnliche Weihnachtsgeschichte sein, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden. Sollten Sie nun Lust auf eine moderne Weihnachtsgeschichte haben, dann wünschen wir Ihnen nun viel Spaß beim Lesen!
Ein kenianischer Weihnachtsabend
Frau Schmitt sitzt in ihrer Wohnung und ärgert sich. Die neuen Nachbarn über ihr sind schon wieder so laut. Sie hört das Trampeln von Kinderfüßen an ihrer Decke. "Muss das denn sein?", schimpft sie. Die Familie, die aus irgendeinem afrikanischen Land zu stammen scheint, war ihr von Anfang an unsympathisch. Und überhaupt: Sie ist mehr als enttäuscht von ihren eigenen Kindern. Sie …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Als Mareike zur Ruhe kam
Uff! Mareike sank mit einem Seufzer auf den Küchenstuhl. Der Rücken tat ihr weh, und auch die Migräne meldete sich. Aber es war geschafft: Der große Weihnachtseinkauf stand vor ihr, sieben prall gefüllte Beutel voller Spielzeug, Bücher, Pralinen, Weinflaschen usw. Mareike wusste gar nicht mehr, was sie alles gekauft hatte. Sie hoffte nur inständig, nichts vergessen zu haben. Dieses Gerenne …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Gibt es noch echte Weihnachtswunder?
Für meine Eltern gibt es nichts Wichtigeres und Schöneres, als alle ihre Kinder mit deren Partnern, Enkelkindern, Haustieren sowie deren kleineren und größeren Problemen gemeinsam am Weihnachtsabend unter dem festlich geschmückten Tannenbaum zu versammeln. Keine leichte Aufgabe, denn bei fünf Kindern mit Anhang, die teilweise weit entfernt wohnen, braucht es schon etwas Organisationstalent. …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Bald ist Weihnachten
Es war ein wunderschöner Samstagmorgen im Dezember. Obwohl es schon frisch draußen war und man jeden Tag mit Schnee rechnete, schien die Sonne fröhlich durch mein Schlafzimmerfenster. Ich ließ mich noch einen Moment von ihrer Wärme bescheinen, bevor ich hinunter in die Küche ging, um mir erst einmal ein leckeres Frühstück zuzubereiten. Anstelle meines üblichen Kaffees entschied ich mich …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Weihnachten mit den Augen der Kinder sehen
Mein Mann kommt mit unserer Kleinen vom Kindergarten nach Hause und sie verkündigt voller Stolz, dass sie den Esel im Krippenspiel darstellen darf. "Der ist ganz, ganz wichtig", sagt sie mit so einer Ernsthaftigkeit, wie es nur eine Dreijährige sagen kann. "Der Esel muss nicht viel machen und hat nichts zu sagen, aber er steht im Stall und begrüßt die Weißen, die eine lange …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
9. Weihnachtsgeschichten mit tieferem Sinn zum Nachdenken
Tag für Tag ist man im selben Trott. Dies geht sicher vielen Menschen so. Daher ist es sinnvoll, die Zeit um Weihnachten zum Nachdenken und Reflektieren zu verwenden. Was ist das Jahr über eigentlich passiert? Welche Stellschrauben kann ich nutzen, um Dinge zu verändern? Was möchte ich im Leben überhaupt erreichen? Dies sind nur einige anregende Fragen. Nachdenkliche Weihnachtsgeschichten können noch mehr Fragen aufwerfen und Raum für Inspirationen schaffen.
Friede auf Erden
Es gibt ein Dörflein, liegt also fernab von aller Welt, dass gute und schlechte Mär zwei Monate später dorthin kommt als sonst an irgendeinen Fleck in deutschen Landen. So geschah es, dass man um die Weihnachtszeit des Jahres 1648 in selbigem Dorf noch nicht wusste, dass nach dreißigjährigem Kriegsjammer Friede worden war im Vaterland, und doch hatten die Herren Gesandten zu Münster und …weiter lesenAutor: Adolf Schmitthenne
Die Puppe - ein wahres Weihnachtsmärchen
Eines Morgens saß sie einfach da, mitten im Schaufenster des kleinen Spielwarenladens an der Ecke.weiter lesenAutor: Ingrid Heyder
Auf dem Weg zur Schule kam ich jeden Morgen daran vorbei und blieb auf dem Heimweg längere Zeit vor dem Fenster stehen, um die Herrlichkeiten zu bewundern. Spielzeug war für mich als Neunjährige so etwas wie ein Lebenselixier, Spielzeug und Bücher. Aber damals, 1951, gab es von allem ganz …
Linnäa
Es war Weihnachten, und die Schulstube im Hause des Lehrers war still geworden. Die Schüler waren fort, und alle Zeichen des Arbeitslebens waren hinausgetragen, die Schulbänke, die Tische und die Karten von den Wänden. Es war zum Weihnachtszimmer verwandelt, und nichts darin erinnerte mehr an Arbeit des Werktags. Bilder aus der biblischen Geschichte schmückten die Wände, die Fensterbretter …weiter lesenAutor: Monika Hunnius
Die Apfelsine des Waisenknaben
Früher herrschten in einem Waisenhaus harte Sitten. Als es wieder einmal Weihnachten wurde, erlebte ein Junge aber echte Kameradschaft. Von Charles Dickens ist folgende Geschichte überliefert:weiter lesenAutor: nach Charles Dickens
Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam mit neun Jahren in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr ein Gefängnis. Wir mussten vierzehn Stunden am Tage arbeiten – …
Zwei Weihnachtsgeschichten
Nun kam es immer, immer näher, das Weihnachtsfest. Auch im Dorfe unten fing man an, sich schon dafür zu rüsten. Kinder kamen mit Körbchen herauf in den Wald und holten Tannenzweige. "Zum Schmücken", sagte die Muhme Tanne. "Damit schmücken sie die Stuben aus."weiter lesenAutor: Sophie Reinheimer
Aus dem Schornstein des Bäckerhauses stieg den ganzen Tag ein dicker schwarzer Rauch auf, ein Zeichen, dass da …
10. Weihnachtsgeschichten für Kinder
Nicht nur Erwachsene mögen Weihnachtsgeschichten. Auch Kinder lieben sie. Ihre kindlichen Herzen schlagen höher, wenn Mama oder Papa ihnen weihnachtliche Geschichten vorlesen und sie in die Weihnachtswelt eintauchen können. Sie sind fasziniert vom Christkind bzw. Weihnachtsmann. Wo kommen die denn her und wann wann kommen die zu mir? Mit diesen und ähnlichen Fragen sehen sich wohl die meisten Eltern konfrontiert. Es ist einfach schön, wenn sich Kinder ihre eigene Welt erschaffen. Helfen wir ihnen doch dabei, indem wir ihre Fantasie mit ausgesuchten Kinder Weihnachtsgeschichten anregen. Unsere Geschichten eignen sich für Kinder ab ca. 2 Jahren. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Wobei Jugendliche daran sicher weniger Interesse zeigen dürften.
Väterchen Frost
Es war einmal vor langer Zeit in einem weit entfernten Land ein Mann mit seiner Frau. Beide waren bereits zuvor verheiratet gewesen, doch ihre früheren Eheleute waren gestorben und so hatten sie wieder geheiratet. Beide hatten aus ihrer früheren Ehe je eine Tochter. Die Tochter der Frau war böse und gemein, während die Tochter des Mannes lieb und sanft war. Die Frau liebte nur ihre eigene …weiter lesenAutor: Russisches Volksgut
Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
Es war so gräßlich kalt; es schneite und es begann dunkler Abend zu werden. Es war auch der letzte Abend des Jahres, Silvesterabend. In dieser Kälte und in dieser Dunkelheit ging auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen; ja, sie hatte zwar Pantoffeln angehabt, als sie von Hause wegging, aber was nützte das schon! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre …weiter lesenAutor: Hans Christian Andersen
Das Fest der Liebe
Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und alle Häuser im Dorf sind mit bunten Lichterketten und hellen Sternen geschmückt, denn Weihnachten steht vor der Tür. Lasse freut sich jedes Jahr auf Weihnachten, denn seine Oma Sabine und sein Opa Klaus wohnen sehr weit weg. Jedes Weihnachtsfest reisen seine Großeltern an, um das Fest der Liebe mit Lasse und seinen Eltern zu verbringen. Aber …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Die Glückseule des Weihnachtsmanns
Lucie sitzt an ihrem Fenster. Es ist schon spät und ganz dunkel draußen. Die Sterne glitzern am kalten Nachthimmel. Lucie kann nicht schlafen. Ihre Füße sind schon ganz kalt. Sie zieht sie enger an sich heran und presst die Nase an die Fensterscheibe. Morgen ist Weihnachten, aber für Lucie wird es ganz bestimmt kein schöner Tag. Sie kann sich gar nicht so richtig freuen. Heute hat ihr Mama …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
Weihnachten im Mai
"Bald ist Weihnachten!" Bärenjunge Benno saß vor dem Eingang der Familienhöhle und schaute gedankenverloren dem lustigen Treiben Tausender Schneeflocken zu. Hier in den Bergen setzte der Winter früh ein. Oft fiel der erste Schnee schon Ende Oktober. Seine Mutter war seit Tagen damit beschäftigt, die Höhle für ihre Winterruhe mit Laub, Gras, Moos und kleinen Stöckchen gemütlich …weiter lesenAutor: froheweihnachten.info
11. Weihnachtsmärchen
Auch in Zeiten von Multimedia und Digitalisierung hat das (Vor) Lesen von Weihnachtsmärchen in vielen Häusern Tradition. Die Lektüre von Weihnachtsmärchen ist ein fester Bestandteil der Adventszeit und trägt zur Schaffung jener besonderen Atmosphäre bei, die der Weihnachtszeit eigen ist. Jenseits von Konsum und Hektik vermitteln Weihnachtsmärchen die Botschaft von der Geburt Jesu und erinnern daran, dass materielle Werte allein nicht der Weg zum wahren Glück des Menschen sind. In den Geschichten geht es vielmehr darum, dass Güte und Nächstenliebe die wirklich erstrebenswerten Eigenschaften sind, und die Jagd nach Geld und Macht den Jäger am Ende selbst zur Strecke bringt.
Die Geschichte von der Frau Holle
Vor ganz undenklich langer Zeit, da gab es noch gar kein Christkindchen, sondern nur eine Frau Holle, die wohnte nicht weit von uns auf der höchsten Spitze der Odenwaldberge, auf der kalten, windigen Böllsteinerhöhe. Die schönen Odenwaldberge waren damals noch nicht wie jetzt, fast bis hinauf mit fruchtbaren Feldern und schönen Wiesen bedeckt, sondern dunkle Wälder zogen sich fast bis zu …weiter lesenAutor: Luise Büchner
Die Geschichte von dem kleinen naseweisen Mädchen
Dem Mathildchen ward die Zeit bis zum Weihnachtsabend gar zu lang; es hatte nirgends mehr Ruhe und Rast, nur so lange die Tante erzählte, blieb es ruhig auf seinem Stühlchen sitzen. Wo eine Schublade oder eine Schranktüre aufgemacht wurde, hatte es blitzschnell den kleinen Blondkopf dazwischen und lauschend und horchend stand es hinter allen Stubentüren. Es knisterte und rumorte aber auch gar …weiter lesenAutor: Luise Büchner
Der standhafte Zinsoldat
Es waren einmal fünfundzwanzig Zinnsoldaten, die waren alle Brüder, denn sie waren aus einem alten zinnernen Löffel gemacht worden. Das Gewehr hielten sie im Arm und das Gesicht geradeaus; rot und blau, überaus herrlich war die Uniform; das allererste, was sie in dieser Welt hörten, als der Deckel von der Schachtel genommen wurde, in der sie lagen, war das Wort "Zinnsoldaten!" Das …weiter lesenAutor: Hans Christian Andersen
Der kleine Tannenbaum
Es war einmal ein kleiner Tannenbaum im tiefen Tannenwalde, der wollte so gerne ein Weihnachtsbaum sein. Aber das ist gar nicht so leicht, als man das meistens in der Tannengesellschaft annimmt, denn der heilige Nikolaus ist in der Beziehung sehr streng und erlaubt nur den Tannen als Weihnachtsbaum in Dorf und Stadt zu spazieren, die dafür ganz ordnungsmäßig in seinem Buch aufgeschrieben sind. …weiter lesenAutor: Manfred Kyber
Sterntaler
Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt …weiter lesenAutor: Brüder Grimm
Der kleine Häwelmann
Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Häwelmann. Des Nachts schlief er in einem Rollenbett und auch des nachmittags, wenn er müde war; wenn er aber nicht müde war, so mußte seine Mutter ihn darin in der Stube umherfahren, und davon konnte er nie genug bekommen.weiter lesenAutor: Theodor Storm
Nun lag der kleine Häwelmann eines Nachts in seinem Rollenbett und konnte nicht einschlafen; die Mutter aber schlief schon …
12. Wissenswertes
Was gibt es zum Thema Weihnachtsgeschichten zu wissen? Einige immer wieder auftauchende Fragen beantworten wir an dieser Stelle.
Inhaltsverzeichnis
- 12.1 Woher stammt die Tradition der Weihnachtsgeschichten?
- 12.2 Zeitlose Klassiker: Diese Weihnachtsgeschichten kennt jeder
- 12.3 Eine eigene Weihnachtsgeschichte verfassen: Anleitung für Einsteiger
- 12.4 Weihnachtsgeschichten nach Altersgruppen auswählen
- 12.5 Die Kunst des Vorlesens: So wird Ihre Weihnachtsgeschichte lebendig
- 12.6 Weihnachtsgeschichten aus aller Welt: Internationale Erzähltraditionen
- 12.7 Versteckte Botschaften: Was Weihnachtsgeschichten uns wirklich erzählen
12.1 Woher stammt die Tradition der Weihnachtsgeschichten?
Das Erzählen von Geschichten zur Weihnachtszeit ist tief in der menschlichen Kultur verwurzelt und reicht weit über die christliche Tradition hinaus. Bereits in vorchristlicher Zeit versammelten sich Menschen in den dunklen Wintermonaten, um sich gegenseitig Geschichten zu erzählen. Diese Erzählabende dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern stärkten den Zusammenhalt der Gemeinschaft in der härtesten Jahreszeit.
Mit der Christianisierung Europas verschmolzen heidnische Winterbräuche mit biblischen Erzählungen. Die Geburtsgeschichte Jesu aus den Evangelien nach Lukas und Matthäus wurde zur zentralen Weihnachtsgeschichte, die in Kirchen vorgelesen und in Krippenspielen dargestellt wurde. Im Mittelalter entstanden zusätzlich Legenden über Heilige und Wunder, die sich in der Weihnachtsnacht ereignet haben sollen. Diese mündlichen Überlieferungen wurden von Generation zu Generation weitergegeben und ständig erweitert.
Die eigentliche Blütezeit der literarischen Weihnachtsgeschichte begann im 19. Jahrhundert. Die Romantik entdeckte Weihnachten als Stoff für kunstvolle Erzählungen neu. E.T.A. Hoffmanns "Nussknacker und Mausekönig" erschien 1816 und wurde zum Prototyp der fantastischen Weihnachtserzählung. Besonders im viktorianischen England entwickelte sich eine regelrechte Mode: Charles Dickens' "A Christmas Carol" von 1843 prägte das Genre nachhaltig und etablierte viele Elemente, die wir heute als typisch für Weihnachtsgeschichten empfinden.
In Deutschland trugen Autoren wie Theodor Storm, Heinrich Seidel und Ludwig Thoma dazu bei, dass Weihnachtsgeschichten zum festen Bestandteil des bürgerlichen Weihnachtsfestes wurden. Sie erschienen in Zeitschriften, Almanachen und später in eigenen Sammelbänden, die speziell für die Adventszeit konzipiert waren.
12.2 Zeitlose Klassiker: Diese Weihnachtsgeschichten kennt jeder
Charles Dickens' "Eine Weihnachtsgeschichte" gilt als die einflussreichste Weihnachtserzählung überhaupt. Die Geschichte des geizigen Ebenezer Scrooge, der durch den Besuch dreier Geister zu einem besseren Menschen wird, definierte viele Konventionen des Genres: die Läuterung des Protagonisten, die Bedeutung von Nächstenliebe und Großzügigkeit, die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dickens' Werk wurde unzählige Male adaptiert, verfilmt und nacherzählt.
"Der kleine Lord" von Frances Hodgson Burnett erzählt von Cedric Errol, einem amerikanischen Jungen, der unerwartet englischer Earl wird. Die Geschichte besticht durch ihre warmherzige Darstellung, wie kindliche Unschuld und Güte selbst verhärtete Herzen erweichen können. Obwohl sie nicht explizit eine Weihnachtsgeschichte ist, wird sie im deutschsprachigen Raum traditionell zur Weihnachtszeit gelesen und im Fernsehen ausgestrahlt.
Weniger bekannt, aber ebenso wertvoll sind regionale Geschichten wie Ludwig Thomas "Heilige Nacht", die das Weihnachtsfest aus bayerischer Perspektive schildert, oder Selma Lagerlöfs schwedische Erzählungen, die nordische Folklore mit christlichen Motiven verweben. Diese Texte zeigen, wie unterschiedlich Weihnachten kulturell interpretiert wird, während universelle Werte wie Familie, Vergebung und Hoffnung über alle Grenzen hinweg wirken.
12.3 Eine eigene Weihnachtsgeschichte verfassen: Anleitung für Einsteiger
Der Wunsch, eine eigene Weihnachtsgeschichte zu schreiben, erwacht bei vielen Menschen in der Adventszeit. Anders als bei Gedichten steht hier nicht der Rhythmus im Vordergrund, sondern die Entwicklung von Figuren und einer packenden Handlung.
Beginnen Sie mit einer Figur, nicht mit einer Moral. Die besten Weihnachtsgeschichten entstehen aus interessanten Charakteren heraus. Wer ist Ihr Protagonist? Ein einsamer Rentner? Ein gestresstes Kind? Eine Familie in der Krise? Geben Sie dieser Person konkrete Eigenschaften, Ängste und Wünsche. Je lebendiger Sie die Figur vor Ihrem inneren Auge sehen, desto authentischer wird die Geschichte.
Schaffen Sie einen Konflikt. Geschichten ohne Spannung langweilen. Der Konflikt muss nicht dramatisch sein – oft reichen alltägliche Probleme: Jemand hat das perfekte Geschenk verloren, eine Tradition droht zu zerbrechen, eine wichtige Person kann nicht zum Fest kommen. Entscheidend ist, dass der Konflikt für Ihre Figur bedeutsam ist.
Nutzen Sie sinnliche Details. Statt zu schreiben "Es war Weihnachten", beschreiben Sie, was Ihre Figur riecht, hört, sieht: den Duft von Zimt und Tannennadeln, das Knirschen von Schnee unter den Stiefeln, das warme Licht, das durch gefrorene Fenster dringt. Diese konkreten Sinneseindrücke machen Ihre Geschichte lebendig und erlauben den Lesern, einzutauchen.
Die Struktur einer Weihnachtsgeschichte folgt oft einem klassischen Muster:
- Ausgangssituation: Stellen Sie Ihre Figur und ihr Problem vor
- Entwicklung: Zeigen Sie, wie sich die Situation zuspitzt oder verändert
- Wendepunkt: Ein Ereignis, eine Begegnung oder eine Erkenntnis ändert alles
- Auflösung: Das Problem findet eine Lösung, oft verbunden mit einer emotionalen Einsicht
Vermeiden Sie Klischees, indem Sie unerwartete Wendungen einbauen. Nicht jede Weihnachtsgeschichte muss mit Versöhnung und Glück enden – auch nachdenkliche oder leicht melancholische Schlüsse haben ihre Berechtigung. Authentizität bewegt Leser mehr als erzwungene Sentimentalität.
Überarbeiten ist entscheidend. Lassen Sie Ihren ersten Entwurf einige Tage liegen und lesen Sie ihn dann mit frischem Blick. Streichen Sie überflüssige Adjektive, ersetzen Sie vage Formulierungen durch präzise Worte, prüfen Sie, ob jeder Satz die Geschichte voranbringt. Lesen Sie die Geschichte laut vor – so erkennen Sie holprige Sätze und unnatürliche Dialoge sofort.
12.4 Weihnachtsgeschichten nach Altersgruppen auswählen
Die Auswahl der richtigen Geschichte hängt entscheidend vom Alter der Zuhörer ab. Was Vierjährige fesselt, langweilt Zehnjährige womöglich, und was Erwachsene berührt, überfordert kleine Kinder.
Kleinkinder (2-4 Jahre) brauchen sehr kurze Geschichten mit einfacher Handlung und klaren Bildern. Ideal sind Erzählungen, in denen Tiere die Hauptrolle spielen oder in denen es um einfache Wünsche geht – ein verlorener Handschuh, ein kleiner Tannenbaum, der ein Zuhause sucht. Die Sprache sollte rhythmisch sein, gerne mit Wiederholungen, die Kinder mitsprechen können. Geschichten wie "Der kleine Stern" oder "Das Lebkuchenmännchen" funktionieren in dieser Altersgruppe hervorragend. Achten Sie darauf, dass keine beängstigenden Elemente vorkommen.
Kindergartenkinder (5-6 Jahre) können bereits etwas komplexere Handlungen verfolgen. Sie lieben Geschichten über Weihnachtsvorbereitungen, über das Christkind oder den Weihnachtsmann und über Tiere im winterlichen Wald. Die Erzählungen dürfen nun auch eine kleine Lehre enthalten, sollten aber nie belehrend wirken. Interaktive Elemente – Fragen an die Kinder, Geräusche zum Nachmachen – erhöhen die Aufmerksamkeit.
Grundschulkinder (7-10 Jahre) schätzen abenteuerliche Weihnachtsgeschichten mit sympathischen Hauptfiguren in ihrem Alter. Hier funktionieren auch Geschichten mit leichter Spannung, etwa über eine Schnitzeljagd nach dem verschwundenen Weihnachtsstern oder über Kinder, die einem einsamen Menschen helfen. Humor kommt in diesem Alter gut an. Die Geschichten dürfen länger sein und durchaus auch über mehrere Abende verteilt vorgelesen werden.
Jugendliche (11-16 Jahre) werden von Geschichten angesprochen, die Weihnachten kritisch hinterfragen oder ungewöhnliche Perspektiven einnehmen. Sie mögen oft keine "niedlichen" Geschichten mehr, sondern bevorzugen realistische Erzählungen über Familienkonflikte, erste Liebe zur Weihnachtszeit oder soziale Themen. Auch Fantasy-Geschichten mit weihnachtlichem Setting können funktionieren. Wichtig ist, dass die Figuren authentisch wirken und nicht idealisiert sind.
Erwachsene haben einen breiten Geschmack – von nostalgischen Klassikern über anspruchsvolle literarische Texte bis zu humorvollen Kurzgeschichten. Viele Erwachsene schätzen Geschichten, die Kindheitserinnerungen wecken, ohne kitschig zu sein. Auch moderne Autoren wie Karen Duve, Wladimir Kaminer oder Martin Suter haben lesenswerte Weihnachtsgeschichten verfasst, die mit traditionellen Erwartungen spielen.
12.5 Die Kunst des Vorlesens: So wird Ihre Weihnachtsgeschichte lebendig
Das Vorlesen einer Weihnachtsgeschichte ist ein gemeinsames Ritual, das Generationen verbindet. Doch zwischen einem hastig heruntergelesenen Text und einem mitreißenden Vortrag liegen Welten.
Lesen Sie die Geschichte zunächst für sich selbst, bevor Sie sie vorlesen. Markieren Sie schwierige Wörter oder Stellen, an denen Sie stolpern könnten. Überlegen Sie, wo natürliche Pausen entstehen – nicht nur an Satzzeichen, sondern auch dort, wo die Handlung einen Moment zum Wirken braucht. Manche Vorleser notieren sich sogar kleine Hinweise am Rand: "hier langsamer", "leiser werden", "Pause".
Tempo und Pausen sind entscheidend. Viele Menschen lesen zu schnell vor, besonders wenn sie nervös sind. Nehmen Sie sich bewusst Zeit. Spannende Stellen dürfen durchaus etwas zügiger gelesen werden, während beschreibende Passagen Ruhe vertragen. Pausen sind keine Leere, sondern geben den Zuhörern Raum, sich die Szene vorzustellen. Nach einem überraschenden Ereignis oder einer wichtigen Aussage darf eine Sekunde Stille stehen.
Variieren Sie Ihre Stimme, aber übertreiben Sie nicht. Sie müssen kein Schauspieler sein – subtile Veränderungen in Tonhöhe und Lautstärke genügen. Ein Dialog zwischen einem Kind und einem Erwachsenen kann durch leicht unterschiedliche Stimmlagen angedeutet werden. Flüstern Sie, wenn eine Figur heimlich etwas tut. Werden Sie lauter, wenn etwas Aufregendes passiert. Aber bleiben Sie Sie selbst – gekünstelte Theatralik wirkt oft peinlich.
Die äußeren Bedingungen tragen erheblich zur Atmosphäre bei. Dimmen Sie das Licht, lassen Sie nur Kerzen brennen. Sorgen Sie dafür, dass alle bequem sitzen und Sie gut sehen können. Halten Sie das Buch so, dass Sie nicht den Kopf zu stark senken müssen – Augenkontakt mit den Zuhörern ist wertvoll. Bei Kindern kann ein kleines Ritual helfen: eine bestimmte Decke, eine Tasse Kakao, ein Plüschtier, das "auch zuhört".
Haben Sie keine Angst vor Emotionen. Wenn eine Stelle Sie selbst berührt, zeigen Sie das ruhig. Ihre Stimme darf zittern, Sie dürfen eine kurze Pause machen. Diese Authentizität überträgt sich auf die Zuhörer und macht das Erlebnis intensiver. Kinder spüren genau, ob Sie mit Herz bei der Sache sind oder nur mechanisch Worte ablesen.
12.6 Weihnachtsgeschichten aus aller Welt: Internationale Erzähltraditionen
Weihnachten wird global gefeiert, doch jede Kultur hat eigene Geschichten entwickelt, die ihre Werte und Traditionen widerspiegeln.
In Skandinavien spielen Trolle, Wichtel und andere Fabelwesen eine zentrale Rolle in Weihnachtsgeschichten. Die schwedische "Tomte"-Figur, ein kleiner Hofgeist, der in der Weihnachtsnacht die Tiere füttert, verkörpert die nordische Verbindung zur Natur und zu vorechristlichen Traditionen. Selma Lagerlöf schrieb wunderbare Geschichten, in denen sich christliche und heidnische Elemente mischen. Die langen, dunklen Winter Skandinaviens prägen diese Erzählungen: Licht, Wärme und Gemeinschaft sind überlebenswichtig, nicht nur symbolisch.
Die russisch-orthodoxe Tradition kennt Väterchen Frost (Ded Moros) und seine Enkelin Snegurotschka, das Schneemädchen. Russische Weihnachtsgeschichten, die oft am 7. Januar spielen, betonen Familie, Gastfreundschaft und die Überwindung von Kälte und Not durch menschliche Wärme. Autoren wie Leo Tolstoi und Anton Tschechow schrieben berührende Weihnachtserzählungen, die oft soziale Ungerechtigkeiten thematisieren.
In Italien erzählt man sich Geschichten über die Hexe Befana, die auf der Suche nach dem Christuskind durch die Lande zieht und Kindern Süßigkeiten bringt. Diese Figur verbindet die Dreikönigstradition mit volkstümlichen Märchenelementen und zeigt, wie vorchristliche Bräuche in christliche Feste integriert wurden.
Lateinamerikanische Weihnachtsgeschichten sind oft bunt und lebendig, geprägt von der Tradition der Posadas – der Herbergssuche. Geschichten über Pilgerreisen, über Gemeinschaften, die zusammenkommen, und über Wunder, die den Armen widerfahren, sind typisch. Die Vermischung von indigenen und katholischen Traditionen schafft einzigartige Erzählungen.
Selbst in nichtchristlichen Kulturen haben sich Weihnachtsgeschichten entwickelt. In Japan, wo Weihnachten kein religiöses Fest ist, entstanden moderne Geschichten über Freundschaft, romantische Begegnungen und das Teilen von besonderen Momenten. Diese säkularen Interpretationen zeigen, wie flexibel und anpassungsfähig Weihnachtserzählungen sein können.
Das Kennenlernen internationaler Weihnachtsgeschichten erweitert den Horizont und zeigt, dass hinter allen kulturellen Unterschieden universelle menschliche Bedürfnisse stehen: der Wunsch nach Verbundenheit, nach Licht im Dunkeln, nach Hoffnung und Erneuerung.
12.7 Versteckte Botschaften: Was Weihnachtsgeschichten uns wirklich erzählen
Auf den ersten Blick wirken viele Weihnachtsgeschichten schlicht und unkompliziert. Doch unter der Oberfläche vermitteln sie oft komplexe psychologische und gesellschaftliche Botschaften, die weit über die Weihnachtszeit hinaus Gültigkeit besitzen.
Die Reise des Protagonisten folgt häufig dem archetypischen Muster der Heldenreise. Der Held beginnt in einem Zustand der Unzufriedenheit oder Unbewusstheit, durchläuft Prüfungen oder Erkenntnisse und kehrt verwandelt zurück. Scrooge bei Dickens ist das klassische Beispiel: Er muss seine Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft konfrontieren, bevor er sich ändern kann. Diese Struktur spiegelt den menschlichen Wunsch nach Transformation und zeigt, dass Veränderung möglich ist – eine hoffnungsvolle Botschaft gerade zum Jahresende.
Kinder als moralische Instanz erscheinen in unzähligen Weihnachtsgeschichten. Sie repräsentieren Unschuld, Ehrlichkeit und einen direkten Zugang zu Gefühlen, den Erwachsene oft verloren haben. Wenn ein Kind einen verbitterten Erwachsenen zum Umdenken bewegt, steht das symbolisch für die Kraft des Authentischen über das Berechnende, des Herzens über den Verstand. Diese Geschichten erinnern Erwachsene daran, was wirklich wichtig ist.
Das Motiv der Herbergssuche geht zurück auf die biblische Geschichte von Maria und Josef, findet sich aber in zahllosen Variationen. Es thematisiert Ausgrenzung, Heimatlosigkeit und die Frage, wer Zuflucht verdient. In modernen Adaptionen werden oft gesellschaftliche Randgruppen in den Mittelpunkt gestellt. Die Botschaft: Menschlichkeit zeigt sich darin, wie wir mit den Schwächsten umgehen.
Geschenke in Weihnachtsgeschichten sind selten nur materielle Objekte. Das wahre Geschenk ist meist Zeit, Aufmerksamkeit, Vergebung oder Liebe. Die berühmte Geschichte von O. Henry "Das Geschenk der Weisen", in der ein Paar gegenseitig seine wertvollsten Besitztümer opfert, um dem anderen eine Freude zu machen, zeigt: Der Wert eines Geschenks liegt in der dahinterstehenden Liebe, nicht im Preis.
Winter und Dunkelheit symbolisieren in vielen Geschichten innere Zustände: Einsamkeit, Depression, Erstarrung. Die Erlösung kommt durch Licht, Wärme und menschliche Nähe – Metaphern für Hoffnung, Liebe und Gemeinschaft. Diese Symbolik ist universell und spricht tiefe emotionale Schichten an.
Moderne Weihnachtsgeschichten setzen sich zunehmend auch kritisch mit Konsumismus auseinander. Sie hinterfragen, was Weihnachten im Zeitalter des Massenkonsums bedeutet, und suchen nach authentischen Werten jenseits kommerzieller Interessen. Diese Geschichten erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Sie laden zum Nachdenken ein über den Sinn des Festes und über unsere Prioritäten.
Wenn Sie das nächste Mal eine Weihnachtsgeschichte lesen oder hören, achten Sie auf diese tieferen Ebenen. Was sagt die Geschichte über Macht und Ohnmacht? Über Einsamkeit und Gemeinschaft? Über Veränderung und Beharrung? Die besten Weihnachtsgeschichten funktionieren wie gute Literatur überhaupt: Sie unterhalten an der Oberfläche und berühren in der Tiefe.